The Spell of the Yukon

1 Schafe – 2-Gemüse – 3-Nordische Landschaft 4 – Schlüsselbund

In diesem Beitrag habe ich mich wieder von Bild 3 in Myriades Impulswerkstatt an Robert Service erinnern lassen und mir diesmal die ersten beiden Strophen seines „Spell of the Yukon“ vorgenommen; ich habe sie zum Teil auf Wienerisch nachgedichtet.

Des Goid håb i wojn and I sought it,
håb `buddelt und gråb’m like a slave
Hunger, Skorbut – wurscht, I fought it!
Håb d’Jugend g’haut into a grave.
S’Goid håb i wojn, and I got it,
Und zwår a Vermögen last fall.
Das Léb’m, scheint’s, is net what I thought it
und íangdwia des Goid isn’t all.
Då ís owa s’Laund (have you seen it?),
s’verfluachteste Laund that I know.
Von de Berg’ schwindlich oman that screen it
zu de deep, deathlike valleys below.
Es haßt, "Gott woar miad, when He made it"
und „DES Laund då oben kråtzt kan!“
Kaunn sein, doch a poar dädn’t trade it
für kein Land der Welt – and I’m one.

Der Wasserbüffel

Im Folgenden beziehe ich mich auf Bild 2 (Gemüse) der März-Challenge in Myriades Impulswerkstatt.

1 Schafe – 2-Gemüse – 3-Nordische Landschaft 4 – Schlüsselbund

Diesen Beitrag möchte ich „Der Wasserbüffel“ nennen, was auf den ersten Blick wohl nicht viel Sinn macht. Auf den zweiten und dritten Blick übrigens auch nicht. Mir aber bietet sich so die Gelegenheit, ein kleines G’schichterl zu erzählen.
Vor vielen Jahren habe ich im Rahmen einer volkshochschulartigen Institution in Wien Deutschkurse für Araber abgehalten und dabei gelernt, dass Deutsch eine sauschwere Sprache ist. Arabisch ist natürlich auch sauschwer, aber auf andere Art.
Die Hauptlast der Information tragen im Deutschen (so wie in vielen, wenn nicht allen anderen Sprachen) die Konsonanten. Die Araber behandeln Vokale überhaupt so, als wären sie bloß beliebige Abstandhalter zwischen den Mitlauten. Auch wenn sie sich des Deutschen bedienen, schätzen sie Vokale gering, was sich dann in der Bildung von Sätzen äußert wie „Harr Mullar schleißt dei Tuur“, oder in Ortsangaben wie „Schuttantúur“, was der nach dem Weg dorthin gefragte Einheimische wohl kaum mit „Schottentor“ in Verbindung bringen wird. Die Vorliebe des Arabischen für Konsonanten ermöglichte es mir, mit ganz einfachen Mitteln etwas Heiterkeit in meinen Unterricht zu bringen. So war auch und gerade die Präsentation des Vokabels „Gemüse“ geeignet, insbesondere bei ägyptischen Hörern einen Lacherfolg zu erzielen, weil es ihnen „Gamusa“ in Erinnerung brachte – den in aller Regel in einem Bewässerungsgraben stehenden, wiederkäuenden und dumm glotzenden „Wasserbüffel“.

Las Llaves

1-Schafe – 2-Gemüse – 3-Nordische Landschaft – 4-Schlüsselbund

Dies ist ein weiterer Beitrag zu Bild 4 der März-Challenge in Myriades Impulswerkstatt – Schlüssel vor sternenhimmelartigem Hintergrund. Diesmal möchte ich mich einer Prosa bedienen, die sich daran orientiert, wie die Leute normalerweise daherreden: assoziativ, vom Hundertsten ins Tausendste kommend.

Das Bild kommt mir vor wie ein vom Lieben Gott in seiner unendlichen Langeweile besonders schön ausgearbeitetes Sternzeichen. „Las Llaves“ möcht‘ ich es nennen, weil ich der Altersverblödung derzeit – mehr oder weniger erfolglos – mit dem Verbessern meines Spanisch entgegenwirke. Das kommt manchen vielleicht spanisch vor. Ich sollte „Las Llaves“ daher vielleicht durch Teilübersetzung und Transkription lesbarer machen: „Die Jahwes“.
Wenn ich mir das Ergebnis so ansehe, erkenn‘ ich, dass es zu allerhand Missverständnissen Anlass geben könnte, weil Menschen, die „Jahwes“ lesen, wahrscheinlich den Hebräergott dahinter vermuten werden, obwohl das „h“ in Jahwe, wenn es den Ewigen bezeichnen soll, kein Dehnungssolches ist und natürlich ausgesprochen gehört.
Wenn man tatsächlich an „ha-Schem“ („der Name“) glaubt, darf man den Gottesnamen allerdings sowieso nicht aussprechen.
Wer „Jahwes“ liest, ist dann wohl auch von der Mehrzahl irritiert, aber dieser „Jahwe“ war ursprünglich ja tatsächlich nicht nur EINER. Und der eine, der sich dann durchgesetzt hat, musste sogar mit weiblicher Konkurrenz fertigwerden, Ascheret hieß die Dame! Der Machogott (also „lieb“ ist der bestimmt nicht!) konnte ihr zwar den Eintritt in die Bibel verwehren, dafür hat sie aber ihren Namen auf Sakralgegenständen des einfachen Volkes hinterlassen.
Vielleicht sollte ich das Bild doch anders angehen: „Die Schlüssel zum Verständnis des Alls“ könnten das sein …

There are strange things done…

1-Schafe – 2-Gemüse – 3-Nordische Landschaft – 4-Schlüsselbund

Der folgende Text ist von den Bildern 3 und 4 in Myriades Impulswerkstatt inspiriert. Ich sehe eine nordische Landschaft und Schlüssel vor einem Hintergrund, der an einen Sternenhimmel erinnert. Von hier ist es (für mich) nicht mehr weit zu Robert Service und seinen Balladen, in denen er den eigenwilligen Typen ein Denkmal setzt, welche die Härten auf sich nehmen, die ein Leben im Hohen Norden mit sich bringt.
Service’s Gedichte bergen oft unfreiwillig komisches Potential, das Margaret Rutherford als „Miss Marple“ in „Murder Most Foul“ voll ausschöpft, als sie eine Ballade deklamiert, in der es um eine Saloonschießerei geht – „The Shooting of Dan McGrew“.
Einen Link zu dieser herrlichen Szene findet man hier.
Ich habe im Folgenden den Rhythmus der „Cremation of Sam McGee“ imitiert. In meiner Serviciade geht es um einen „Snowbird“, der ein „Sourdough“ werden möchte. „Snowbirds“ sind Leute, die den Hohen Norden im Winter fliehen, und „Sourdoughs“ sind solche, die bleiben.

Twenty years ago
to be a “sourdough”
seemed like a noble goal.
All it takes, my dear – 
persevere one year 
and stay all sane and whole
in a tiny hut
near Takhini but 
cut off by snow and storm,
darkness day and night; 
no escape, no flight; 
Just Gin to keep you warm.
On a Christmas Eve 
I was munching on beef 
and beans out of a can.
And a bottle of booze 
I put to good use 
as does a real man.
With a couple of beers 
I washed down my fears 
and felt the bladder’s urge.
No pot to be found 
inside all around, 
suitable for a purge.
And a tiny voice 
told me “There’s no choice. 
Get out and take a leak!”
Out into that cold! 
Through the parka’s fold 
it stabbed like a vulture’s beak.
The door of the hut 
behind me fell shut 
with a loud and final thud.
Stone-cold sober now 
I heard say me “Wow!” 
and then ran cold my blood.
All the keys inside 
and nowhere to hide 
from bitter arctic cold!
So I cursed my fate `
cause through Haven’s gate 
to pass I’d soon be told!
As I raised my eyes 
as one does who dies 
I saw a Tlingit man!
He held out my keys, 
“By chance searching these?” 
asked me the man and then
threw the keys at me 
and that’s why you see 
me puttering still about.
I’ve never found out: 
Was it booze and stout? 
No, God himself, no doubt!