Dackel falten

Die Folgenden Reime stellen wieder einen Beitrag zu Christianes ABC-Etüden dar (beliebiger Text, nicht länger als 300 Wörter, der die Begriffe „Dackelfalten“, „fruchtig“ und „scheppern“ enthalten soll). Ich habe darin abermals meinem Bedürfnis nachgegeben, Begriffe misszuverstehen.

Was ich mach‘ aus den drei Wörtern,
möcht‘ ich hier wie folgt erörtern:
Dackelfalten find ich grausam,
ein Sadist ist, wer da draufkam!
Und seh‘ ich jemand Dackel falten,
dann gibt’s kein Zaudern und kein Halten,
den frag ich: „Hörst, bist du denn deppert?!“
und lang‘ ihm eine, dass es scheppert! 
Dem hau‘ ich mitten auf den Zinken
mit einer schönen graden Linken,
dass der ihm anschwillt rot und fruchtig,
weil meine Graden, die sind wuchtig!

Offenbar ist der Sprecher in dem obigen Gedicht einem bedauerlichen Irrtum zum Opfer gefallen und hat – von der Annahme ausgehend, es handle sich um einen notorischen Dackelfalter – den harmlosen Pädagogen Prof. Walter Falter vermöbelt, der im Rahmen des Wiener Ferienspiels Kindern das Origami näherbringt.
Für die bemitleidenswerten Menschen, welche tatsächlich mit einem übermächtigen Dackelfaltzwang zu kämpfen haben, kann die hier abrufbare tierfreundliche Dackelfaltanleitung hilfreich sein.

Klassenkeile

Die Folgenden Reime stellen einen Beitrag zu Christianes ABC-Etüden dar (Beliebiger Text, nicht länger als 300 Wörter, der die Begriffe „Klassenkeile“, „schwammig“ und „trödeln“ enthalten soll). Ich habe darin wieder meinem Drang nachgegeben, Begriffe misszuverstehen.

Wenn Möbel sich zur Mitte neigen
des Raums, sieht das nicht aus nur eigen,
gefährlich ist’s für Leib und Leben,
wenn d’Erde möchte einmal beben!
Ein G’wölb nach unten bilden quasi
hölzerne Balken leider, da sie
im Lauf der Zeit nach unten hängen
in großen Zimmern wie in engen.
Und siedend heiß schießt ein Gedanke
mir durch den Kopf während ich schwanke
auf schwammig-morschem Brettlboden,
denn Böden, solchene maroden,
die gibt es auch in Klassenzimmern!
Begraben seh‘ ich unter Trümmern
mich selbst in meiner alten Schule,
gerettet nur von einem Stuhle,
der mich vor einem Schlag bewahrte
durch Tafeln und Regale, harte.
„Das war knapp!“, denk ich mit Schaudern,
hier hilft kein Trödeln und kein Zaudern!
Was mir nur Phantasie hier zeigte
(Möblage*, die sich gefährlich neigte
über die kleinen Volksschulkinder),
erschreckt deswegen mich nicht minder!
Damit sich bald nun nicht mehr neigen
Regale, drum muss ich einsteigen**
in Schulen, wo ich Klassenkeile
unter Möbel schieb‘ in Eile
bei trübem Taschenlampenschein 
bei Nacht nur kann ich Retter sein!
Gutes gar am Tag zu tun, wär‘ doof.
Eing’sperrt wär‘ ich bald dann in Steinhof!***

* Sprich: „Möblaasch“ (mit Betonung auf „aa“
** Betonung auf dem zweiten „ei“
*** Psychiatrisches Krankenhaus der Stadt Wien

Kinderreime

1 Schafe – 2-Gemüse – 3-Nordische Landschaft 4 – Schlüsselbund

Der Folgende Beitrag versucht, einen Bezug zu allen vier Bildern aus Myriades Impulswerkstatt herzustellen – Schafe, Gemüse, eine nordische Landschaft (vielleicht Alaska?), ein Schlüsselbund. Den Unsinn, der mir dazu eingefallen ist, habe ich in die Form von Kinderreimen im Stil Mascha Kalekos zu bringen versucht. Ihr Alaska-Gedicht zum Beispiel zitieren meine Kinder heute noch:

In Alaska, wie man weiß,
steht ein Berg aus Sahneeis.
Links Vanille, rechts Zitrone,
obendrauf `ne Mokkabohne.
Ananas, Krokant, Banane
schwimmen in gefrorner Sahne.
Täglich schneit‘s dort Marzipan,
sagen alle, die es sah‘n.

Mir kommt auch häufig ein kleines Gedicht aus einem DDR-Kinderbuch in den Sinn, das eine Ostberliner Freundin meinen Kindern geschenkt hat:

Gefährlich ist’s am Leim zu lecken
und schrecklich ist ein hohler Zahn.
Doch der schrecklichste der Schrecken,
das ist ein Löffel Lebertran!

Mein Schafgemüsealaskaschlüsselgedicht lautet dem gegenüber folgendermaßen:

Schafe, Schafe, Häusle baue!
Die Natur ist eine raue!
Und wird der Schafwollpulli nass,
macht draußen sein mehr keinen Spaß.
Und in Alaska, wie man weiß,
gibt’s Eskimo- und Schöller-Eis,
Gemüse gibt’s zwar weniger,
das stört mich aber nicht so sehr.
Bau deinen Schlüsselbund nicht an
im Schnee, weil dort nichts wachsen kann
und weil es bis zum Tauwetter
acht Monat‘ sind oder noch mehr.