Klassenkeile

Die Folgenden Reime stellen einen Beitrag zu Christianes ABC-Etüden dar (Beliebiger Text, nicht länger als 300 Wörter, der die Begriffe „Klassenkeile“, „schwammig“ und „trödeln“ enthalten soll). Ich habe darin wieder meinem Drang nachgegeben, Begriffe misszuverstehen.

Wenn Möbel sich zur Mitte neigen
des Raums, sieht das nicht aus nur eigen,
gefährlich ist’s für Leib und Leben,
wenn d’Erde möchte einmal beben!
Ein G’wölb nach unten bilden quasi
hölzerne Balken leider, da sie
im Lauf der Zeit nach unten hängen
in großen Zimmern wie in engen.
Und siedend heiß schießt ein Gedanke
mir durch den Kopf während ich schwanke
auf schwammig-morschem Brettlboden,
denn Böden, solchene maroden,
die gibt es auch in Klassenzimmern!
Begraben seh‘ ich unter Trümmern
mich selbst in meiner alten Schule,
gerettet nur von einem Stuhle,
der mich vor einem Schlag bewahrte
durch Tafeln und Regale, harte.
„Das war knapp!“, denk ich mit Schaudern,
hier hilft kein Trödeln und kein Zaudern!
Was mir nur Phantasie hier zeigte
(Möblage*, die sich gefährlich neigte
über die kleinen Volksschulkinder),
erschreckt deswegen mich nicht minder!
Damit sich bald nun nicht mehr neigen
Regale, drum muss ich einsteigen**
in Schulen, wo ich Klassenkeile
unter Möbel schieb‘ in Eile
bei trübem Taschenlampenschein 
bei Nacht nur kann ich Retter sein!
Gutes gar am Tag zu tun, wär‘ doof.
Eing’sperrt wär‘ ich bald dann in Steinhof!***

* Sprich: „Möblaasch“ (mit Betonung auf „aa“
** Betonung auf dem zweiten „ei“
*** Psychiatrisches Krankenhaus der Stadt Wien

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